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FRIEDLAND - Geschichten und Bilder aus der Vergangenheit und Gegenwart
 
 
STEFFEN MEDIA GmbH, Friedland

FRIEDLAND - Geschichten und Bilder aus der Vergangenheit und Gegenwart

775 Jahre Friedland

1. Auflage, 248 Seiten, Festeinband mit Schutzumschlag
ISBN 978-3-94-168142-2

49,95 € *
 
 
 
 
 

775 Jahre Friedland

Zeit, Rückschau zu halten – gewiss.
Zeit, das Auf und Ab, das Wohl und Wehe der Stadt und ihrer Menschen zu erkunden – selbstverständlich.
Zeit, die Schönheiten der Stadt, das Besondere und Einmalige hervorzuheben – natürlich.
Aber vor allem eine Zeit, sich der Leistungen der Menschen unserer Stadt Friedland zu erinnern und diese zu würdigen.

In der Vergangenheit sind schon mehrere Stadtchroniken geschrieben worden, so von Enoch Friederich Simonis, Werner Reinhold, B. v. Rieben, Johann Rudolphi, Achim Mayer, Heinrich Arminus Riemann, Dr. Peter Hofmann und Dr. Wolfgang Barthel. Dazu kommen viele umfangreiche und detaillierte Darstellungen zu Einzelproblemen und Zeitabschnitten. Viel Wissenswertes aus der Vergangenheit und Gegenwart kann man also nachlesen oder im Museum der Stadt ansehen. Es konnte daher nicht Aufgabe der Autoren dieses Buches sein, eine weitere Chronik der Stadt Friedland zu schreiben. Ebenso wenig war es unser Ziel, ein alle Seiten umfassendes Kompendium über Friedland anzufertigen. Wir wollen einige der neuesten Erkenntnisse der Forschung zu unserer Heimat vorstellen. Probleme, die noch nicht veröffentlicht wurden, sollen bekannt gemacht werden. Persönlichkeiten von nationalem Interesse stehen neben Personen, die für das Leben in der Stadt Friedland wichtig waren oder sind. Wir wollen aber auch auf die kleinen Dinge am Rand der Stadtgeschichte aufmerksam machen, die im Alltag oft gar nicht wahrgenommen werden oder in Vergessenheit geraten sind.

Viele alte Bilder zeigen das verträumte kleine Ackerbürgerstädtchen Friedland des 19. und 20. Jahrhunderts. Eine Stadt, die so für immer verschwunden ist. Leider sind viele Bilder bei der Brandschatzung 1945 verloren gegangen. Einige erhaltene Fotos entsprechen qualitativ nicht den heutigen Ansprüchen. Wir bitten, dies zu entschuldigen. Diesen Bildern des alten Friedlands stehen die Fotos der Gegenwart gegenüber. Einige Autoren sind in der Stadt geboren, andere aus beruflichen Gründen nach Friedland gezogen und leben seit vielen Jahren hier oder haben in der Stadt ihr Forschungsobjekt entdeckt. Allen gemeinsam ist die Liebe zu „ihrer“ Stadt Friedland und den hier lebenden Menschen.

Die Autoren:
Dr. Wolfgang Barthel
Susanne Beutner
Frank Erstling
Dr. Peter Hofmann
Hans Jeschke
Detef Schmidt
Rainer Szczesiak
Dr. Stephan Töpel
Dr. Reinhard Wulfhorst

 

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Liebe Friedländer! Liebe Gäste!

775 Jahre Friedland – Vredeland – befriedetes Land.

Am 6. März 1244 stifteten die Markgrafen von Brandenburg, Otto III. und Johann I., die Stadt. In den vielen Jahrhunderten ihres Bestehens waren Bürger und Besucher beeindruckt von der idyllischen in einer – wie schon Fritz Reuter schwärmte – „akardischen Landschaft“ gelegenen Kleinstadt mit ihren Schönheiten in Natur und Architektur, mit ihrer Geschichte und ihren Traditionen. Es war eine wechselhafte Geschichte, wie sie in dieser Festschrift dargestellt wird. Friedland wurde mehrfach niedergebrannt, verwüstet, zerstört und auch dem Verfall preisgegeben. Bürgerschaftliche Kräfte haben in der Geschichte unserer Stadt vielfach gewirkt. Das zeigt ein Blick in ihre Vergangenheit mit vielen Beispielen. Mit Stolz erinnern wir uns an das verdienstvolle Wirken des Friedländer Ehrenbürgers Heinrich Arminius Riemann zum Wohle der Stadt und ihrer Bürger. Wir sind dem Begründer des Turnens Carl-Leuschner für seine Initiative zur Gründung und zum Aufbau des Friedländer Turnvereins dankbar. Der TSV 1814 e. V. ist der älteste Turnverein Deutschlands.

Sicher leisteten die Schuljahre des mecklenburgischen Dichters Fritz Reuter an der Friedländer Gelehrtenschule auch einen Anteil an seiner schriftstellerischen Meisterschaft. Die in Friedland geborene Komponistin Emilie Mayer konnte sich in einer Männerdomäne durchsetzen und wurde als „weiblicher Beethoven“ tituliert. Der Einsatz des „Friedländer Heldenmädchens“ Friederike Krüger für die Ideale Freiheit, Brüderlichkeit, Gerechtigkeit erfüllt uns mit Achtung. So wie viele Bürgergenerationen unter dem förderlichen Einfluss der Friedländer Persönlichkeiten heranwuchsen und sich entfalteten, so veränderte sich Antlitz und Charakter unserer Stadt.

Friedland war eine Stadt des Handwerks und der Kaufleute. Die Industrialisierung und der Aufbau von Betrieben, die vorwiegend landwirtschaftliche Produkte aus dem städtischen Umfeld und den örtlichen Ton verarbeiteten, setzten zum Ende des vorherigen Jahrhunderts ein. Die Zerstörung und der Verfall der örtlichen Industrie setzten nach dem Zweiten Weltkrieg ein und konnten in der Zeit der DDR nicht gestoppt werden. Nach der politischen Wende erfolgte in den Jahren 1990 bis 1992 eine Entindustrialisierung, von der sich die örtliche Wirtschaft bis heute nicht erholt hat. Die Altbausubstanz unserer Stadt befand sich nach dem Zusammenbruch der DDR in einem bedauernswerten Zustand. Der Verfall des historischen Stadtraumes konnte in den letzten 25 Jahren gestoppt werden. Mit dem Instrument der Städtebauförderung wurde ein Wendepunkt des Bauens erreicht und noch erhaltende Baukultur und Charakteristisches unserer Stadt konnte vor ihrem endgültigen Verlust gerettet werden.

Immer wieder gelang es den Friedländern, sich durch Können, Fleiß, Ausdauer und das Aufsichnehmen von Entbehrungen aus Tiefen – wie den Belagerungen durch Pommern, Schweden und Franzosen, wie den Feuerbrünsten des 15., 18. und 20. Jahrhunderts, wie den Nachkriegsjahren und der politischen Wende – zu erheben. Immer wieder fassten sie Mut und entwickelten die Kraft zum Neubeginn. Sie arbeiteten sich empor und das Erreichte widerspiegelt das bauliche, gesellschaftliche und menschliche Vorankommen unserer Stadt.

In weiten Kreisen ist allgemein ein zunehmendes Interesse an der Geschichte festzustellen. Gerade im Zeitalter der Globalisierung gewinnt die Identifizierung mit einer Region an Bedeutung. Wenn es gelingt deutlich zu machen, dass Geschichte „von Menschen gemacht“ wurde, dass die Verhältnisse in früheren Generationen von Menschen gestaltet wurden, dann werden auch das Empfinden und die Überzeugung wachsen, dass es an uns allen liegt, was die Zukunft bringen wird.

Wilfried Block
Bürgermeister der Stadt Friedland